Märchen in der Systemarbeit

 
Wir alle kennen Märchen. Haben sie als Kind gehört und lesen sie unseren Kindern vor.
Dabei waren diese Geschichten ursprünglich gar nicht für Kinder, sondern für Erwachsene gedacht.

Das Böse im Märchen scheint uns abstrakt und kann dadurch, dissoziiert, von uns verarbeitet werden.

Der psychologische Ansatz in Märchen wurde schon oft untersucht.
In der Geschichte spiegelt sich das Seelenleben des Menschen. Es geht um Ungerechtigkeit, Zurückweisung, Ablehnung. Und um die Befreiung aus eigener Kraft.
So ist es nicht verwunderlich, dass für jeden Menschen ein ganz bestimmtes Märchen „das Schönste“ war, das er immer wieder hören wollte. Und ein anderes Märchen oder eine bestimmte Person daraus äußerst unsympathisch, wenn nicht sogar verhasst war.
Das „Sich auseinander Setzen“ mit dem besonders geliebten oder gehassten Märchen kann daher Aufschlüsse über die Verstrickungen, Identifizierungen oder Schuldgefühle geben, die einen Menschen heute noch belasten.